Inszenierung

The Wall

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von Pink Floyd Musikalische Leitung: Folkert Buis/ Lute Hoekstra Inszenierung und Bühne: Susanne Knapp Videokünstler: Guillaume Cailleau Livemalerei: Olivier Durand Kostüme: Michelle Cantwell Festival op de Markt/ Rabotheater Hengelo, Holland 2008

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The Wall

’The Wall’ ist ein Konzeptalbum der Britischen Rockband Pink Floyd. Das Album wurde am 30. November 1979 in Großbritannien veröffentlicht. The Wall erzählt die Geschichte von Pink, der aufgrund der Dominanz seiner Mutter, der Abwesenheit seines im Krieg gefallenen Vaters und der Grausamkeit der Lehrer in der Kindheit eine imaginäre `Mauer` um sich herum errichtet, die ihn vor äußeren emotionalen Einflüssen schützen soll. Nachdem er die Mauer aufgebaut hat, verzweifelt der junge Mann an seiner Existenz, weil er durch sie von sozialen Kontakten weitgehend abgeschirmt ist. Er versucht, die letzten verbleibenden Gefühle zu unterdrücken, wird zum Mitläufer der Gesellschaft und zu einem faschistischen Agitator. Am Ende klagt er sich selbst des Vergehens, Gefühle gezeigt zu haben, vor einem imaginären Gericht an. Zur Strafe wird die Mauer eingerissen.

Regie-Konzept

`The wall` thematisiert den Wahnsinn unserer Welt in seiner Keimzelle. An Pink sehen wir, was passiert, wenn eine Generation sich betäubt. Wenn die Angst vor dem wirklichen Leben so groß wird, dass man flieht und vertrocknet. An Pink sehen wir, wie viel Verantwortung wir haben für das, was uns folgt, für die, die uns folgen. Wir müssen uns aus der Mauer raus bewegen, sie zerstören, nicht zum Steinchen werden. Wir müssen etwas anderes geben als das, was wir selbst erfahren mussten. Sonst tragen die folgenden Generationen ein immer schwerer werdendes Erbe. Pink ist ein Künstler. Wenn die Quelle, aus der ein Künstler schöpft nur Wahnsinn, Einsamkeit und Regression ist – wie kann seine Kunst da besser sein? Pink zeigt uns, worum es geht im Leben: um Liebe und Erfüllung. Er zeigt es uns, weil er es nicht hat, weil er am Mangel daran unfähig wird, seinen Turm zu verlassen. Wir alle können Pink sein. Pink ist ein Mensch, der die Last der Vorgeneration trägt. Er ist geprägt durch Verlust und Manipulation. Er hat keine Liebe erfahren und kann keine Liebe geben. Was sollen Menschen hervorbringen, die nur Verlust erfahren haben? Pink flüchtet in seine Mauer, kann nicht hinaus und ist unerreichbar für jeden, der hinein will.

Aufführung

‘The Wall’ in Hengelo ist nicht nur ein musikalisches sondern auch ein visuelles Spektakel. Es wird gearbeitet mit Videoclips und Livezeichnungen, die durch ledwalls auf der Bühne präsentiert werden. Der Zeichner (Olivier Durand, Frankreich) verkörpert die Rolle von Pinks Seele, sein Bewußtsein, die Erinnerung, die Sehnsucht von Pink, der sich wiederum mehr und mehr versucht, gegen diese inneren Wünsche und Sehnsüchte zu schützen, indem er Ersatz sucht für seine nicht erfüllten Erwartungen. Die Videoclips (produziert von Guillaume Cailleau, Frankreich), die Hand in Hand mit den Zeichnungen entstehen, machen die Ideen Pinks lebendig, füllen sie aus und geraten in einen Selbstlauf, der verheerende Folgen für Pinks Seelenzustand hat. Der innere Film ist oft genau das, was uns von der Realität trennt. Pink ist der Mittelpunkt dieser The wall – Welt. Wir erleben seine subjektive Sicht auf die Welt und die Menschen. Und je weiter wir Pink folgen, desto extremer erleben wir diese Subjektivität. So werden Menschen zu Würmern, innere Stimmen zu Theatergestalten, Frauen zu Ungeheuern, das eigene Leben zum Bunker. Die Qual, die er erfährt durch das Unvermögen, sich dieser Welt anzuschließen. Die eigene Deformierung und die Deformierung der Außenwelt.